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Welpenstunde – Fluch oder Segen

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Welpenstunde – Fluch oder Segen

Welpenstunde – Fluch oder Segen

Nachdem ich darüber geschrieben habe, was es alles zu bedenken gibt, wenn man sich einen Hund anschafft, kommt hier nun der Artikel zum Thema Welpenstunde.

Welpenstunde – das pure Chaos! 

Aufgepushte Welpen, die alle in- und durcheinander rennen. Alle Rassen, alle Größen, ein Gewusel. Die ersten Welpen, die völlig überfordert mit der Situation schutzt bei ihren Frauchen und Herrchen suchen, aber diesen nicht bekommen. Auf sich allein gestellt,versuchen sie sich der Situation zu entziehen oder setzen zur Flucht nach vor an. Rangeleien hier – Mobbing da. Hinzukommen Anweisungen aus der Trainer-Ecke à la „die regeln das unter sich“ oder „nur so lernen die Welpen sich auch einmal durchzusetzen“ oder oder oder

Ich bin (Gott sei Dank) bislang noch kein Zeuge einer solchen Welpenstunde geworden oder würde sie in dieser Art und Weise anbieten. Dennoch gibt es im Internet Unmengen an Berichten über solche Welpenstunden. Man liest sogar vom Einsatz von Wasserpistolen. 

Wie ist denn Eure Meinung zu diesem Thema? Ist der Besuch einer Welpenstunde eher ein Fluch oder doch ein Segen?

Welpenstunde
Quelle: Pixabay

Warum eine Welpenstunde?

Für mich ist die Welpenstunde auch für die Hundehalter da. Als Neu- oder vor allem als Ersthundehalter hat man viele Fragen und man möchte alles richtig machen. Eine Welpenstunde ist also die Gelegenheit den Trainer mit Fragen zu löchern.

Was ist beispielsweise die Beißhemmung? Wie erlernt der Hund die Beißhemmung? Wie bekomme ich meinen Welpen stubenrein? Wie bringe ich meinem Welpen bei, dass Nein auch nein bedeutet? Wie lernt mein Welpe an der Leine zu laufen? Wie lernt ein Welpe das alleine bleiben? usw.

Solche Fragen lassen sich gut in die Welpenstunde integrieren. In der Welpenstunde lernen Welpe und Halter also das 1×1 für ein Hundeleben.

Ablauf einer Welpenstunde

Zu einer Welpenstunde gehört es für mich nicht, dass die Hundehalter am Zaun stehen und dem bunten Treiben zusehen. Freispiel sollte auch stattfinden, aber nicht in der Variante „Leinen los, wir sind dann mal Kaffee trinken“… Auch adäquates Verhalten im Freispiel, bzw gegenüber Artgenossen muss gelernt werden.

Für mich geht es in erster Linie darum, dass der Welpe mit seinem Halter zusammen die große, weite Welt entdeckt. Dazu gehört sicherlich das Erlernen der Basissignale (Sitz, Platz, Bleib, Nein, Hier), aber eben auch, dass der Welpe seine Umwelt kennenlernt (unterschiedliche Untergründe, Geräusche, andere Tiere, andere Menschen, Bus-/Bahn fahren, die Stadt usw.). Eine reine Welpen-Spiel-Halter-Kaffeeklatsch-Gruppe ist da eben nicht sonderlich förderlich!

Freispiel nur, wenn die Halter ein Auge drauf haben! Dabei sollte auch das Auge in der Welpenstunde geschult werden. Die Welpenbesitzer müssen darauf hingewiesen werden, wann und aus welchen Gründen man ein vermeintliches Spiel unterbricht.

Ich hatte gerade schon davon geschrieben, dass Hundehalter in der Welpenstunde ihre Fragen loswerden können und das man diese toll in die Stunde integrieren kann. Wie lernt denn ein Welpe beispielsweise das Signal „Nein“? Irgendwie müssen wir ihm ja verständlich machen, dass es Dinge gibt, die er nicht darf. Kennt ihr das „Nimm-Nein-Spiel“ oder die „Tabu-Decke“? Das sind zum Beispiel zwei Möglichkeiten einem  Welpen beizubringen was „Nein“ heißt.

Das „Nimm-Nein-Spiel“ kurz erklärt:
Man kniee sich neben den Hund und füttert diesen aus der Hand mit Leckerchen. Immer eines nach dem anderen. Nachdem der Hund das Leckerchen ein paar mal erhalten hat und das nächste haben möchte, schließt man die Hand zu einer Faust und sagt „Nein“. Wichtig ist hier, dass man die Hand nicht wegzieht. Die geschlossene Fraust bleibt an Ort und Stelle. Der Welpe wird nun versuchen dennoch an das Leckerchen heranzukommen. Es wird mit der Pfote gekratzt oder vielleicht sogar mit den Zähnen versucht an das Leckerchen zu kommen. Es erfolgt ein erneutes, etwas energischeres „Nein“. ACHTUNG: energischer – nicht lauter! Die Faust bleibt weiterhin geschlossen. Ziel ist es, dass der Welpe Abstand zur Hand nimmt und auf die Freigabe des Leckerchen wartet. 

Fluch oder Segen?

Grundsätzlich spricht also nichts gegen eine Welpenstunde – solange sie gut geführt ist!

Kurz und knapp: Hört auf euer Bauchgefühl! Besucht eine Welpenstunde und macht euch selbst ein Bild. Achtet darauf, dass die Welpen nicht überfordert werden, denn auch die Aufnahmefähigkeit von Welpen ist begrenzt. In der Welpenstunde sollten die Grundsteine für ein entspanntes Miteinander gelegt werden. Ein dauerhaftes hochpushen der Welpen empfinde ich als bedenklich. 

Kleine Übungseinheiten, (vernünftiges) soziales Spiel, Ruhephasen, die gleichzeitig Zeit für Fragen bieten – das wäre mir persönlich wichtig. 

Welpenstunde
Welpenstunde
Welpenstunde
Welpenstunde
Welpenstunde
Welpenstunde
Welpenstunde
Welpenstunde
Junghundekurs
Quelle: Pixabay

Was wäre für euch wichtig? Was erwartet ihr von einer Welpenstunde? Was sind die No-Go´s? Ich bin gespannt auf eure Meinungen. 🙂

Liebe Grüße,

Nicole mit Oskar, Jack & Mira

By |2017-02-16T16:11:23+00:00Februar 16th, 2017|Gedanken, Training|9 Comments

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9 Comments

  1. Martina Menz 18. Februar 2017 um 13:15 Uhr - Antworten

    Hallo Nicole, ich bin ganz Deiner Meinung. Zusätzlich finde ich es aber auch wichtig, dass Welpen passender Größen zusammengefasst werden. Also nicht ein Chihuahua mit einem Rottweiler, weil es einfach von den körperlichen Kräften nicht passt und ein Miniwelpe schnell mal überrannt wird und so schlechte Erfahrungen mit größeren Hunden macht. Das soll aber nicht heissen, dass kleine Rassen keinen Kontakt zu Großen haben sollten. Im Gegenteil. Aber eben kontolliert. Viele Grüße, Martina

    • Nicole Funk 18. Februar 2017 um 19:20 Uhr - Antworten

      Hallo Martina, vielen Dank für Deinen Kommentar! Du sagst das Zauberwort zum Thema Welpenstunde 🙂 KONTROLLIERT!! Das ist das A&O, dann klappt auch ein Kontakt zu den Großen 😉 LG Nicole

  2. Renate 18. Februar 2017 um 15:21 Uhr - Antworten

    Kann dazu nur sagen: einmal und nie wieder! Seitdem hat meine Hündin ein Trauma mit Angst vor großen Hunden. Sie wollte mitspielen und die ganze Mäute ging auf sie los. Das war zu viel für sie. Also wirklich unbedingt darauf achten, daß nur Welpen von ungefähr gleicher Größe dabei sind. LG

    • Nicole Funk 18. Februar 2017 um 19:21 Uhr - Antworten

      Liebe Renate, bei solchen Erfahrungen kann ich deine Meinung zu Welpenstunden verstehen. Ich persönlich finde es ebenso wichtig, sich eine solche Stunde vielleicht erst einmal anzusehen. Man sollte auf alle Welpen eingehen können und alle Charaktere einbeziehen… Liebe Grüße, Nicole

  3. Elisa 18. Februar 2017 um 16:31 Uhr - Antworten

    Ich hatte tolle Trainer in der Welpenstunden. Für zwölf Welpen waren zwei Trainer da. Erst wurde geschaut, was für hunde da sind ( Größe, alter, character) und dann in zwei Gruppen aufgeteilt. WähreNDR den Übungen sollten die Hunde noch nicht miteinander spielen. Es war lernen unter Ablenkung. Das letzte Drittel der Zeit wurden Welpen nochmal unterteilt in 2-3 Gruppen. Auch hier wieder passend nach alter, Größe und character. Jetzt durften sie frei spielen. Halter und Trainer hatten dabei immer ein Auge drauf. Alles super. Und wenn die Hunde müde wurde und keine Lust mehr hatten, war das auch okay. Völlig ohne druck und zwang. So macht eine welpenstunde Sinn.

    • Nicole Funk 18. Februar 2017 um 19:22 Uhr - Antworten

      Danke für Deinen Kommentar Elisa 🙂 Es stimmt, so macht eine Welpenstunde Spaß! Schön, dass ihr so viel Glück hattet! 🙂

  4. Frau Vela & der Hundeblog 3. März 2017 um 14:12 Uhr - Antworten

    Liebe Nicole, ein schöner Artikel. Wenn wir zum Beispiel Welpenstunden anbieten, wird unterteilt in Minis und Maxis um das Größenverhältnis auszugleichen. Während des Freispiels wird dem Halter erklärt was grade passiert und wann man eingreifen muss und wie dies Richtig und sicher geht. Den auch spielen muss gelernt sein. Gute Welpenstunden sind sehr wichtig und haben oft einen schlechten Ruf und warum? Weil viele Welpenbesitzer -1. Hundebesitzer sind und es natürlich noch nicht besser wissen. Da freue ich mich dann, wenn ich solche Artikel lese, wo geschrieben wird wie es richtig geht. Unsere Weplenstunden gehen 50 Minuten und davon wir maximal 20 gearbeitet der Rest gespielt da die Welpen natürlich noch nicht so eine breite aufmerksamkeitsspanne haben. Neben „grundgehorsam“ und Kommandos sind daher Umweltsozialisierung und Kontakte wichtig. Nach Charakter werden die Hunde bei uns jetzt nicht getrennt wie Elisa schreibt. Das finde ich persönlich dann doch zu flauschig! denn auch Welpen müssen sich anderen Charakteren stellen um später damit umgehen zu können.

    • Nicole Funk 3. März 2017 um 14:45 Uhr - Antworten

      Sehr schön auf den Punkt gebracht, danke für Deinen Kommentar! So wie du es beschreibst, so sollte es sein. Welpenstunde ist Erklär-Stunde, sollte man zumindest so nutzen!
      Danke, ich bin voll und ganz Deiner Meinung!
      Liebe Grüße

  5. […] sein. Diese Welpenstunde sollte aber sehr gut geführt sein. Auf was hier zu achten ist, kannst du HIER […]

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