Nicht ohne meinen Hund – wenn man einfach keine Wohnung finden kann…

Als Wohnungssuchender mit Hund hat man es nicht leicht. Da ich mich gerade selbst mit dem Thema beschäftigen muss, möchte ich meine Erfahrungen und meine Meinung zu diesem Thema mit euch teilen.

Wohnung gesucht: 2-3 Zimmer, ab 75qm, EBK, Garten

Ist es wirklich so schwer eine Wohnung zu finden, in der Haustiere, speziell Hunde erlaubt sind? JA, das ist es!!

Ich selbst bin derzeit auf Wohnungssuche.  Ich suche also tierliebe Vermieter, die mir eine Wohnung bieten, in die ich meine Hunde mitnehmen darf. Aber was ich derzeit erlebe ist Wahnsinn! Unabhängig davon, dass ich Bedenken, an Hundebesitzer zu vermieten, verstehen kann, habe ich null Verständnis für die Art und Weise, wie einem dies entgegen gebracht wird.

Ich habe es nun auf unterschiedliche Wege probiert. Die Hunde nicht erwähnen, einfach nur um erst einmal ins Gespräch zu kommen, mit der Hoffnung, dass man mit Sympathie punkten kann. Ich habe meine berufliche Tätigkeit als Hundetrainerin erwähnt, dargelegt, dass ich bestens versichert bin und die Unterbringung meiner Hunde während meiner Abwesenheit erklärt. Daraufhin gab es die harmlosen, netten, eher verhaltenen Antworten in Richtung „ich überlege mir das und melde mich wieder bei Ihnen“, natürlich ohne Rückmeldung. Ebenso gab es aber auch absolut unfreundliche Antworten und Beschimpfungen. Als Mehrhundehalterin ist man natürlich automatisch assozial…

Die beste Antwort bislang: „Warum kaufen Sie sich nichts eigenes, dann können die Köter die eigenen 4 Wände verwüsten“.

Unglaublich! Da fehlen einem dann die passenden Antworten, so perplex ist man. Potentiellen Mietern ohne Hund kann ich auch nur vor den Kopf gucken und bin nicht davor geschützt, mir den nächsten Messi ins Haus geholt zu haben…

Wir leben in Deutschland, einem Land in dem es für alles Regeln und Gesetzt gibt. Es gibt Urteile, in denen es um Tierhaltung in Mietswohnungen geht:

Der BGH ist der Ansicht, dass eine AGB, die Tierhaltung generell verbietet gemäß § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam sei.

Ein generelles Verbot berücksichtigt eben nie den Einzelfall und die besonderen Interessen des Mieters. Diese zu einseitige und kompromisslose Gewichtung der Belange einer Vertragspartei widersprechen dem Gebot gegenseitiger Rücksichtnahme, dem alle Vertragstypen unterliegen. So auch der Mietvertrag im Sinne des § 535 BGB.

Ob ein Hund in der Wohnung gehalten werden darf, entscheidet sich daher nach umfangreicher Berücksichtigung der Interessen des entsprechenden Mieters, seiner Mitmieter und des Eigentümers/Vermieters.

(Quelle: http://kanzlei-sbeaucamp.de/hundehaltung-in-der-mietwohnung/)

Ebenso gibt es in Niedersachsen diverse andere Pflichten, denen Hundehalter nachkommen müssen. Geregelt wird dies im Niedersächsisches Gesetz über das Halten von Hunden
(NHundG).

Dieses Gesetz soll Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorbeugen und abwehren.

Nur ganz kurz erklärt: 

  • Nachweis über Sachkunde des Hundehalters
  • Kennzeichnungspflicht des Hundes (Chip)
  • für Hunde, die älter als 6 Monate sind eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungsumme von 500.000 EUR für Personenschäden und 250.000 EUR fü Sachschäden
  • Mitteilungspflicht (Eintragung in zentrale Register)

Sicherlich kann man an dieser Stelle wieder eine Diskussion zum Thema Sachkunde, bzw Hundeführerschein führen. Die Idee dahinter ist meiner Meinung nach gut, die Umsetzung aber mangelhaft. Nichts desto trotz, gibt es Gesetze und Auflagen zur Hundehaltung, denen Hundehalter nachkommen müssen.

Das Gesetz und die Urteile gegen das generelle Verbot von Tierhaltung in der Mietswohnung sind auch sicherlich ein erster Schritt, aber trotzdem keine Erleichterung für Hundehalter. Ein wohnungssuchender Hundehalter, der alle seine Pflichten erledigt hat, unterliegt nachher trotzdem den Auswahlkriterien des Vermieters und dieser findet Gründe, warum hundelose Mieter für sein Objekt besser geeignet sind.

Kurz um: Schwarze Schafe gibt es überall, egal ob mit Hund oder ohne. Ich wünsche mir einfach mehr Toleranz! Sollte es wirklich so sein, dass mein Hund etwas kaputt macht, dann stehe ich dafür gerade. Entweder über die Versicherung, aus der hinterlegten Kaution oder aber aus eigener Tasche! 

Eine Sicherheit, dass die Wohnung im tadelosen Zustand wieder übergeben wird, gibt es bei hundelosen Mietern auch nicht. Wie bereits geschrieben, ich kann jedem Menschen nur VOR den Kopf schauen, aber nicht hinein…