Meine ersten Erfahrungen als Hundetrainer

Die Blogparade von Ziemer & Falke hat mich dazu veranlasst auch etwas zu diesem Thema zu schreiben. Meine ersten Erfahrungen sind ja noch relativ frisch 🙂

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Ich hatte die Ausbildung absolviert, alle Ausbildungsinhalte förmlich inhaliert und brannte darauf, den ersten Kunden zu treffen. 

Zu den fachlichen Ausbildungsinhalten gehörte u.a. natürlich auch der erste Kundenkontakt am Telefon und das persönliche Erstgespräch vor Ort. Wir haben besprochen, wie so etwas ablaufen könnte, was für Fragen zu stellen sind und worauf zu achten ist. Also eigentlich war ich super vorbereitet…

Direkt nach der Ausbildung ergab sich für mich die Möglichkeit in einer Hundeschule mein Wissen zu testen und Erfahrungen zu sammeln. Nach zwei, drei Stunden kennenlernen und zusehen stand ich dann das erste mal allein vor der Anfängergruppe. Ich habe mich im Vorfeld schon ziemlich verrückt gemacht und mir den Kopf darüber zerbrochen, was ich in dieser Stunde alles machen möchte und ob ich mich verständlich audrücke und natürlich darüber, wie es den Leuten gefällt.

Das Programm für die Stunde, welches ich mir überlegt hatte, hätte locker zwei Stunden füllen können. Meine Erklärungen zu dem, was ich in dieser Stunde geplant hatte, erschienen mir mehr als unverständlich. Es war für mich einfach nur eine sinnlose Aneinanderreihung von Wörtern. Zudem hatte ich dann vor Aufregung ein Problem rechts und links auseinander zu halten 🙂 Ich war ziemlich erschrocken darüber, dass mit mal die Stunde bereits vorüber war und ich erst die Hälfte der Übungen gemacht hatte. Wie gesagt, mein mir ausgedachtes Programm hätte locker zwei Stunden füllen können.

Das erste Fazit: Weniger ist mehr… weniger Gedanken machen, weniger Stress, sich selbst weniger unter Druck setzen. Einfach machen!

Der Sprung ins kalte Wasser war für mich positiv, denn ich hatte die Sicherheit, dass auf dem Nachbarplatz nette Kollegen trainieren, die einem jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen! Ein solcher Einstieg macht es einem definitiv leichter.

 

Dann kam der erste Anruf bei mir zu Hause, der erste Kunde, die erste Panik! 🙂

So ein Telefonat ist ja noch einfach – kurzes Abklopfen aller Eckdaten und kurzer Anriss der Wünsche und Ziele des Kunden. Es rief also eine junge Frau an, mit einem Spitzmischling, der einige störende Verhaltensweisen an den Tag legte, u.a. eine Leinenaggression, so erzählte das Frauchen. Nachdem ich aufgelegt hatte, dachte ich noch so: „das wird toll, Leinenaggression, damit kennst du dich aus“ 🙂 Trotzdem wollte ich noch einen Blick in die Unterlagen werfen. Ich kramte also noch einmal alle Schulungsunterlagen hervor, schaute mir diverse Beiträge im Internet an und machte mir Gedanken darüber, wie ich vorgehen wollte. Hoch motiviert und vorschnell… 🙂

Ein detailliertes, persönliches Gespräch und das Kennenlernen des Hundes sollten folgen, aber man kann ja schon einmal „diagnostizieren“ und u.a. über Auslöser und Lösungen nachdenken. Kurz um – ich machte mich verrückt! 🙂

Dann stand das persönliche Erstgespräch beim Kunden bevor…. 

Die anfängliche Coolness und Motivation verschwand, der Tag an dem ich der ersten Kundin gegenüberstand und ich war noch nie so aufgeregt!

Schwitzige Hände, ein Grummeln in der Bauchgegend und ein Kopf, in dem sich nichts mehr abspielte. Alles Wissen war wie ausgelöscht! Ich glaube, ich habe sogar gebetet, dass vor der Haustür alles Wissen wieder da ist 🙂 Ich hatte nicht eine Prüfung o.ä., in der ich solche Gefühle hatte. Da klingelte ein Häufchen Elend an der Tür potentieller Kunden. Ich glaube, anstelle der Kundin, hätte ich mir den Job in dem Moment nicht gegeben! 🙂 Als die Tür sich dann öffnete, ich die Frau und ihren Hund sah, legte sich der Schalter um und ich lief wieder im „Normalbetrieb“.

Ich stand mir halt selbst im Weg… Sich vorab (zu viele) Gedanken zu machen ist was tolles, zumindest in der Hinsicht, das man das ganze theoretische Wissen noch einmal innerlich abspult und prüft, ob man auch ja nichts vergessen hat. Auch wenn mir klar war, dass es viele Lösungen für Probleme gibt, die Menschen mit ihrem Hund haben, so hatte ich bereits im Vorfeld meine (vermeintlich perfekte) Lösung für das Problem meiner ersten Kundin schon im Kopf und wurde vor Ort dann mit einem Hund konfrontiert, der eine ganz andere Lösung brauchte.

Der Spitzmischling war ein toller Hund, bei dem die vielen Gedanken hinsichtlich seines Verhaltens und möglicher Lösungsansätze völlig unnötig waren. Es fehlte ihm lediglich an Regeln, Grenzen und an Grunderziehung. Wie so oft, konnte man hier mit den Basissignalen schon viel erreichen. Viele Gedanken, ganz um sonst!

Was bleibt zu sagen? Warte auf jeden Fall das erste persönliche Gespräch ab und gehe es locker an! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Jedes Gespräch macht mich reicher an Erfahrungen und ich gewinne an Souveränität, solche Gespräche überhaupt zu führen und Lösungen zu finden. 

Andererseits gibt es natürlich auch die weniger schönen Erfahrungen, die ich für mich selbst erst einmal negativ belegt habe, die letztendlich aber auch positiv waren, weil sie mich wachsen lassen.

Eine Absage zum Beispiel, nachdem man schon Zeit investiert hat, dass kratzt natürlich gewaltig am Ego und ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht, ob das Wissen vielleicht doch nicht reicht oder was ich an mir verändern kann, bzw. muss.

Entwickeln sollte man sich – keine Frage, ABER auch solche Erfahrungen gehören für mich dazu und sind keineswegs so schlimm, wie sie zuerst scheinen. Es kann soooo viele Gründe haben, warum die Trainingsstunde nicht stattgefunden hat und selbst wenn es daran gelegen hat, dass es menschlich dann doch nicht gepasst hat, so ist das vollkommen in Ordnung. 

Wenn man sich an die eigene Schulzeit zurück erinnert, stellt man doch fest, dass Sympathie eine große Rolle spielt, gerade wenn es darum geht Wissen zu vermitteln und auch auf- bzw. anzunehmen. Ich hatte Lehrer, die ich schätzte, die ich sympathisch fand, da fiel es mir natürlich wesentlich leichter den Unterrichtsstoff aufzunehmen und zu behalten. Bei Lehrern hingegen, die ich nicht mochte, zog sich so eine Unterrichtsstunde wie Kaugummi. Ihr kennt das… 😉

Ich lebe meinen Traum und alles was dazu gehört nehme ich an und nutze es für mich !

Hier noch der Link zu Blogparade:

Meine ersten Erfahrungen als Hundetrainer

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