Mein HerzHund Oskar

Ich bin auf dem Blog HerzHunde (www.herzhunde.blogspot.de) auf den gleichnamigen Artikel aufmerksam geworden, der gleichzeitig zu einer Blogparade aufgerufen hat und möchte mich gern daran beteiligen.

Ich habe drei Hunde – jeder einzelne von ihnen ist mein Herzhund, jeder auf seine eigene, individuelle Art und Weise. Warum geht es in diesem Artikel dann um Oskar? Ganz einfach… er war der Erste. Der erste, eigene Hund!

Oskar, damals ein 2 jähriger Schnösel, der ganz nach dem Motto „was kostet die Welt“ lebte – ein Hans Dampf in allen Gassen. Ich, völlig hundeUNerfahren, auf der Suche nach dem ersten eigenen Hund.

Eine Verkaufsanzeige, ein Besuch, der erste Kontakt, der erste Blick, das erste Spiel und „plötzlich“ Hundebesitzerin.

Klingt nach naivem Kitsch und das war es auch. Ich hatte mir sehr lange Gedanken darüber gemacht, OB ich einen Hund anschaffe, WAS für einen Hund ich anschaffe und WELCHE VORSTELLUNGEN ich an das Zusammenleben hatte. Letztendlich war es vielleicht doch sehr voreilig und schnell umgesetzt, aber dennoch das Beste was mir passieren konnte.

Dieser Wirbelwind hat mich so richtig Nerven gekostet. Er hat mich zweifeln und auch weinen lassen, aber genauso hat er mich in meiner Persönlichkeit auch wachsen lassen. Geht nicht? Oh doch, dass geht sehr wohl!

Zugegeben, als Ersthund war es eigentlich mehr als eine Herausforderung, es grenzte an Wahnsinn. Wenn ich mir jetzt, 8 Jahre später, vorstelle, ich hätte mich als Kundin im Hundetraining, wäre mein erster Gedanke „Hund und Halter sind bei den Kenntnissen eine denkbar schlechte Kombination“. Im Umgang mit Hunden oder auch mit diesem einen Hund habe ich viel lernen müssen.

Als Ersthundbesitzerin war dies eine ziemliche Herausforderung, denn täglich stand da dieses Nervenbündel vor mir, der sich so sehr selbst im Weg stand und auch nicht anders konnte, als sich so hochzupushen. Ein Hund, so voller Energie, die damals noch so gänzlich in falschen Bahnen floss. Ich informierte mich, besuchte eine Hundeschule, tauschte mich mit anderen Aussie-Besitzern aus und tat alles, was man als motivierter Hundebesitzer so tat.

Zugeben, in den ersten zwei, drei Monaten gab es Phasen, wo ich heulend am Küchentisch saß und diesen Hund zurück bringen wollte. Instinktiv hatte ich sooooo viel richtig gemacht und es zeigte auch Erfolg, aber ich ließ mich damals auch oft verunsichern. Es stand ja überall, dass man einen Aussie entsprechend auslasten musste, dass man dies und jenes machen MUSSTE. Trotzdem hatte ich immer wieder das Gefühl, dass ich zu wenig mache, vor allem dann, wenn er wieder rastlos durch die Wohnung lief. Das Nervenbündel wurde dabei natürlich nicht ruhiger, sondern spulte sich nur noch mehr auf. Mein Bauchgefühl außer Kraft, folgte ich nur noch mehr irgendwelchen Tipps und verfiel immer mehr in Selbstzweifel.

Aber hey, ich habe durchgehalten und es hat sich gelohnt! Ein damals schon toller Hund, wurde nur noch mehr zum Herzenshund, als er es ohnehin schon war! Manchmal bedarf es dazu den Wink mit dem kompletten Zaun. Der Pfahl hätte auch nicht ausgereicht 🙂

Alles auf Anfang – ich hörte wieder mehr auf mein Bauchgefühl und vertraute darauf. Es ist sicherlich nicht alles perfekt, dass muss es auch nicht sein. Wir wollen leben! Wir wollen zusammen Spaß haben!

Unseren Weg, ganz eingenen Weg haben wir gefunden, ein Weg, der uns automatisch viel mehr Ruhe bescherte. Ruhe, die vor allem er so dringend benötigte, aber auch mir gut tat.

Ich habe einen Hund, dem ich vertrauen kann und der mir vertraut. Ein Hund der jeden Tag aufs neue den Clown für mich macht, der mich zum Lachen bringt. Ein Hund, der mich daran erinnert, dass es keinen Grund gibt, an sich zu zweifeln, an das eigene Selbstvertrauen zu glauben und selbstbewusst zu sein.

Oskar ist ein Hund, der mich aus der Bahn werfen kann. Immer dann, wenn ich zu viel will, wenn ich an meinen eigenen Zielen festhänge und völlig übersehe, dass es schon mehr als gut läuft!

Ein Herzenshund, der mich auf dem richtigen Weg hält!

Oskar ist auch der Grund, warum ich Hundetrainerin geworden bin, auch hier zu lesen: Wie alles begann.