In der Ruhe liegt die Kraft

Jeder Hundehalter sollte seinen Hund auslasten

Ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wertvoll und wichtig Beschäftigung und Auslastung für den Hund ist. Wichtig ist hier aber auch zu beachten, dass man die richtige Art der Beschäftigung wählt. Vor allem aber, dass man auf das richtige Maß der Auslastung achtet. Frei nach dem Motto „In der Ruhe liegt die Kraft“.

Befragt man das Internet zum Thema Auslastung, spuckt es einem die vielfältigsten Beschäftigungsmodelle aus und gratis dazu den Rat und die Meinung anderer Hundehalter.  

Eine Spirale der Beschäftigung

Viele Möglichkeiten und viele Meinungen – aber was ist die Folge dessen? Man will alles richtig machen und lässt sich durch das riesen Angebot an Informationsquellen verunsichern! Der eine propagiert diese Trainingstechnik, der andere schwört auf jenes Auslastungsprogramm. Man möchte seinem Hund einfach nur gerecht werden und versinkt in einem Strudel aus Meinungen und Erziehungs-/Auslastungsmodellen.

Vielleicht ist aber genau dieses Überangebot an Beschäftigungen zusammen mit übermotivierten Besitzern genau das Problem. Man hört immer öfter von Hundebesitzern, die mit ihren Hunden einen regelrechten Beschäftigungsmarathon durchführen.

Zerrspiel unter Hunden

Gemeint sind jene Herrchen und Frauchen, wie sie von einer Stunde in die nächste Stunde eilen. Trotzdem sitzt dann dort dieser völlig unter Strom stehende Hund, der sich keine 2 Sekunden konzentrieren kann und mitunter nach noch mehr Auslastung schreit. Die Folge sind dann immer länger werdende Stundenpläne für den Hund. Denn… der Hund muss ja ausgelastet werden!

Aussagen wie „der ist ja nicht müde zu bekommen“ sind da auch keine Seltenheit, nur leider interpretieren sie das Verhalten des Hundes nicht immer richtig!

Viel (Auslastung) hilft viel?

Was ist denn das richtige Maß an Auslastung? Und ist für den einen Hund das gleiche richtig, wie für den anderen Hund?

Neben dem Alter und körperlicher Verfassung sollte die Veranlagung durch die Rasse berücksichtigt werden. Höher, schneller und weiter kann dabei nie die richtige Wahl sein! Nicht jeder hibbelige Hund kommt schlecht zur Ruhe, weil es ihm an Auslastung fehlt. Oft beobachtet, fordern Hunde immer mehr, je mehr man ihnen Auslastung zuspricht oder je weniger man ihnen auch die dringend benötigte Ruhe gönnt. Im Nu hat man sich einen Workaholic herangezüchtet, ein nimmer Ruhe gebender Hund! Es ist ein Balanceakt zwischen einem Hund, der Allzeit bereit ist, immer auf dem Sprung und immer mit dem einen Ohr auf Empfang und einem ruhigen, zufriedenen und ausgeglichenen Hund.

Spiel, Spaß und Auslastung, aber eben nicht um jeden Preis!

Ruhe als oberstes Gebot

Ich beobachte immer wieder, wie wichtig es ist, dass ein Hund als allererstes Ruhe lernt, bzw. auch aushalten muss. Ich weiß selbst, was ein ständiges „unter Strom“ stehen aus dem Hund macht.

Das normales Schlafpensum eines erwachsenen Hundes beträgt im Schnitt 17-20 Stunden. Ein ganz schön langer Zeitraum im Vergleich zu uns Menschen. Diese Zeit benötigen sie auch, wenn man bedenkt, dass Hunde in diesem Zeitraum die meiste Zeit vor sich hin dösen anstatt tief und fest zu schlafen. 

Ähnlich wie bei kleinen Kindern überschätzen sich Hunde in ihrem Ruhebedürfnis, bzw. fordern dies nicht ein. An dieser Stelle bin ich als Halter gefragt und sollte die Ruhezeiten meines Hundes überdenken.

Qualitätszeit

Höre auf das Bauchgefühl und achte auf den Hund! Nicht die Menge an Auslastung macht es, sondern die Art der Auslastung!

Seinen Hund beobachten, Rassemerkmale beachten, herausfinden was ihm Spaß macht und seine Talente gezielt fördern, nach diesen Gesichtspunkten sollte die richtige Art der Auslastung gefunden werden.

Wenn der eine Hund im Agility total aufgeht, so muss das für den nächsten nicht zutreffen. Genauso ist es beim Dummytraining, beim Trickdog oder oder oder…

Qualitätszeit  bedeutet, dass der Zeitraum für Auslastung sinnvoll und effizient genutzt wird. Alle Belange und Bedürfnisse des Hundes stehen im Vordergrund! Der Mensch sollte diesen Zeitraum lediglich im Sinne des Hundes managen und dafür Sorge tragen, dass eben auch das Bedürfnis nach Ruhe erfüllt wird.

In der Ruhe liegt die Kraft und dies sei auch einem Hund gestattet!

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