Helikopter-Frauchen

Zu diesem Thema hat Lola von miDoggy auf gerufen. Ein, wie ich finde, sehr spannendes Thema, zu dem ich mir auch Gedanken machen wollte.

Meine Vorstellung zu einem Helikopter-Frauchen

Wie ich mir ein Helikopter-Frauchen vorstelle ? Meine Assoziation mit einem Helikopter ist ein kreisendes, überwachendes, beobachtendes Flugobjekt. So ein Helikopter hat alles im Blick. Fügt man das Frauchen hinzu, hat man ein überwachendes, beobachtendes Frauchen. Ein Helikopter-Frauchen.

In Bezug auf das Eltern-Dasein gibt es folgende Definition:

Die Begriffe Überbehütung und Überfürsorglichkeit (englisch: overprotection) bezeichnen allgemein Verhaltensweisen von Eltern, bei denen das Bedürfnis, ihr Kind zu beschützen und zu versorgen, übermäßig ausgeprägt ist. […] Der Begriff Helikopter-Eltern ist eine populäre Bezeichnung für eine moderne Form der Überbehütung; die ständige Überwachung des Kindes durch die Eltern (englisch: overparenting) ist eine spezielle Ausprägung von Überfürsorglichkeit. Eine andere Art von Überbehütung ist die Verwöhnung, die im Gegensatz zum Verhalten von Helikopter-Eltern nicht mit übermäßiger Kontrolle verbunden sein muss. Verwöhnung besteht darin, dem Kind (oder zum Beispiel dem Partner) Belastungen und Anstrengungen zu ersparen und ihm möglichst viele Wünsche zu erfüllen. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Helikopter-Eltern)

Das klingt ziemlich ähnlich, oder? Aber ist das auch gut? Was haben wir davon, wenn wir überfürsorglich sind? Was hat der Hund davon, wenn er überbehütet wird? Was hat er davon, wenn er zu sehr verwöhnt wird? Noch schlimmer, was hat er davon, wenn ihm Belastungen und Anstrengungen erspart werden?

Ich oute mich, JA – auch ich neige dazu, ein Helikopter-Frauchen zu sein. Was es mir bringt? NICHTS, rein gar nichts. Wenn ich dieses Verhalten an den Tag lege, habe ich Hunde, die mir gnadenlos zeigen, wie doof dieses Verhalten doch ist. Sie verhalten sich genau gegensätzlich zu meinen Vorstellungen.

Eigentlich ist es so, dass weder sie, noch ich wollen, dass ich ständig ein Auge auf sie habe. Meine Erfahrung ist, dass es das Zusammenleben eigentlich nur erschwert, anstatt es durch diese ewige Kontrolle im Griff zu haben.

Meiner Meinung nach sollte es doch so sein, dass ich den Rahmen stecke, in dem sich meine Hunde frei bewegen können. Dieser Rahmen beinhaltet ein gesundes Maß an Fürsorge. Ich komme meinen Pflichten nach sie zu versorgen, ich beachte ihre Bedürfnisse und befriedige diese. Dieser Rahmen sollte Regeln beinhalten, aber auch so viel Freiraum, dass es ihnen möglich ist Erfahrungen zu sammeln, ganz nach dem Motto Versuch & Irrtum. Benötigen sie wirklich Unterstützung und Hilfe, dann bin ich da! Es sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fürsorge und Eigenständigkeit sein!

Ist es nicht so, dass wir uns einen verlässlichen Partner an unserer Seite wünschen, einen der sich zudem zu benehmen weiß? Wie soll er sich zu einem solchen Partner entwickeln, wenn er keine Erfahrungen sammeln kann, ohne das Situationen immer vom Frauchen gesteuert werden? So richtig entfalten kann man sich doch nur, wenn man vielleicht auch mal im Begriff ist, einen Fehler zu machen und vor allem auch daraus zu lernen.

Das Zauberwort heißt Gelassenheit. Hat man die Rahmenbedingungen erarbeitet, sollte man sich trauen los zu lassen. Man sollte seinen Hunden Vertrauen entgegenbringen!

 

Immer dann, wenn mir genau DAS so schwer fällt, haben wir ein Thema in Hundebegegnungen. Ich brauche die Situation nicht zu kontrollieren. Ich habe tolle Hunde und ich weiß, dass sie sich toll verhalten. Ich selbst lasse die Situation entgleisen, eben weil ich zum Helikopter-Frauchen mutiere.

 

Mein (persönliches) Fazit: Den Helikopter am Boden halten, aussteigen, vertrauen und Spaß haben!

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