Frustrationstoleranz 

Frustrationstoleranz – Was ist das eigentlich?
Frust entsteht durch das nicht erreichen eines Zieles oder Bedürfnisses.
Von Frustrationstoleranz spricht man also dann, wenn Dein Hund gerade ein Ziel/Bedürfnis nicht befriedigen kann, er aber dennoch geduldig bleibt und somit gelassen und ruhig reagiert.

Warum ist das Aushalten von Frust so wichtig?
Wir mussten als Kinder auch schon durch den Supermarkt vorbei an den tollen Süßigkeiten-Regalen an der Kasse. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an seine Reaktion, als man von seinen Eltern gesagt bekommen hat, „Davon kaufen wir nichts!“
Ich selbst erinnere mich (natürlich 😉 ) nicht mehr, aber ich hab auch schon auf dem Boden liegend geschrien, weil ich etwas nicht haben durfte.
Woran ich mich aber schon erinnere, ist der Frust und nachfolgend die Blicke, die man dann dennoch in Richtung Regale geworfen hat, in der Hoffnung, dass es sich vielleicht doch lohnt. Manchmal gab es eine „Belohnung“ (y) – Zuhause dann! Oder aber, wenn einen das Regal plötzlich nicht mehr interessierte und man sich dann doch noch was aussuchen durfte.
Ähnlich ist es für unsere Hunde doch auch: gerade möchte ich einfach nur spazieren gehen, mein Hund sieht einen Artgenossen und hat sofort SPIELEN im Kopf. Nun muss er aber damit klarkommen, dass es jetzt gerade nicht so geht, wie er es gerne hätte. Was dann passiert, kennen viele von Euch…

Frustrationstoleranz

Vorteile einer guten Frustrationstoleranz?
Dein Hund kann viel leichter lernen und neue Zusammenhänge verstehen. Viel wichtiger aber noch: er kann bewusster Verhaltensweisen zeigen!

Umso besser die Frustrationstoleranz, umso weniger kleine Problemchen im Alltag.

Frust vs. Stress
Etwas nicht zu bekommen, was man aber gerne hätte, ist nicht nur frustrierend, sondern es stresst auch!
Je mehr Stress ein Hund in seinem Alltag hat, desto mehr Unruhe ist dann auch vorhanden und umso schneller fährt man hoch oder gar aus der Haut.
Mit viel Stress wird jeder noch so kleine Reiz zu einem eventuell heftigen Auslöser. Auch andere Verhaltensweisen in Richtung Jagdverhalten, Aggression oder auch Angst werden damit wahrscheinlicher.

In der Ruhe liegt die Kraft
Nicht höher, schneller, weiter sollte das Motto sein – vielmehr sollte Ruhe ein ständiger Begleiter sein.
Zuhause ist es wichtig, dass Dein Hund Ruhe lernt, ebenso aber auch auf Euren gemeinsamen Spaziergängen!

➡️ Etabliere hierzu feste Plätze, an denen Dein Hund Ruhe halten kann
➡️ entschleunige auch draußen – nicht eine besonders große Runde ist das Ziel oder zu powern, sondern wahrzunehmen
➡️ entdeckt gemeinsam die Umwelt, langsam und bewusst
➡️ gebe Deinem Hund Zeit, die Alltagsreize zu verarbeiten und entspannt mit ihnen umzugehen

Das geht nicht von heute auf morgen, ganz viele, kleine Schritte sind nötig (y) Jeden Tag einen kleinen Schritt weiter und manchmal auch noch einen zurück, aber auch das ist wichtig und absolut normal.

Tipp aus meinem eigenen Alltag
Einfach mal stehen bleiben! Anfangs direkt auf der Auffahrt (bis Ruhe eingekehrt ist), dann mitten auf dem Spaziergang – egal wo!
Ziel: Wenn ich stehen bleibe, bleiben wir beisammen und ruhen. Wir haben gerade keinen Job (y)

Wir haben übrigens sehr viel einfach nur in der Gegend rumgestanden oder aber, ich habe sehr viel Eis gegessen und irgendwo rumgesessen – zumindest für uns Menschen anfangs die schönere Möglichkeit mit dem Frust des Hundes umzugehen!

… to be continued … in Teil 2 gehen wir auf das „was kann ich tun?“ noch weiter ein!

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