Clicker Dich zum Ziel

Es gibt sie in vielen verschiedenen Varianten, Farben und Formen und für den ein oder anderen ist er auch unter dem Begriff „Knackfrosch“ bekannt – der Clicker. Es handelt sich um ein kleines Werkzeug, mit dem man dem Hund eine Rückmeldung gibt, wenn er ein erwünschtes Verhalten ausführt.

Der Trick mit dem Click

Der Clicker wird dazu genutzt erwünschtes Verhalten auf positive Art und Weise zu verstärken. Der Hund zeigt ein erwünschtes Verhalten und genau in diesem Moment wird ihm mittels des Clickers gezeigt, dass sein Verhalten richtig war. Nach dem Clicken muss eine Belohnung folgen. Man könnte also sagen, dass das Clicken die Ankündigung für eine Belohnung ist.

Der Clicker ist in vielerlei Hinsicht einsetzbar. Sei es für die Grunderziehung oder aber für Spiel und Spaß, z.B. zum Erlernen von diversen Tricks und Kunststückchen, oder aber im Hundesport oder beim Training gegen Problemverhalten.

Clicker
Clicker und Leckerchen

Dadurch, dass man beim Einsatz des Clickers auf jegliche körperliche Einwirkungen und Korrekturen verzichtet, kann man hier auch gezielt mit ängstlichen, scheuen und verhaltensgestörten Tieren arbeiten. Der Hund begreift die Verbindung zwischen dem Click und dem Leckerchen sehr schnell.

Man kann mit dem Clicker sogar andere Tiere, wie Katzen oder Pferde trainieren und auch im Zoo findet der Clicker beispielsweise beim „Medical-Training“ Anwendung.

Es handelt sich hier um eine grundweg positive Trainingsmethode, bei der der Hund freudig, konzentriert und motiviert mitarbeitet.

Den Clicker richtig angewandt

Wie funktioniert das mit dem Clickern denn eigentlich? Wie konditioniert man richtig auf den Clicker? Wann hat der Hund verstanden und was und wie viele Wiederholungen braucht es dazu?

Wichtig sind zwei Komponenten:

  • das richtige Timing

  • die richtige Belohnung

Konzentrierte Mitarbeit

Damit der Hund die Verbindung zwischen dem, für ihn noch bedeutungslosen, Click und dem erwünschten Verhalten verstehen kann, muss dies zunächst konditioniert werden. Der Hund muss verstehen, dass das Clicken für ihn eine Bestätigung seines Verhaltens ist und das er unmittelbar danach eine Belohung erhält.

Diese Verknüpfung stellt man her, in dem man zunächst einfach nur clickert und dem Hund direkt danach ein Leckerchen gibt. Der Clicker ist somit ein konditionierter Verstärker. Während dieser Konditionierungsarbeit bedarf es keinerlei weiterer Signale oder Handzeichen. 

Click – Leckerchen – Click – Leckerchen

Diese Verknüpfung, dass es nach jedem Click eine Belohnung gibt, versteht der Hund sehr schnell. Vergleichbar ist dieser Konditionierungsvorgang mit dem Anziehen der Jacke. Der Halter zieht seine Jacke an und für den Hund ist es ein Zeichen, dass ein Spaziergang bevorsteht. Oder aber das Öffnen der Kühlschranktür, das Knistern einer Tüte, welches möglicherweise bedeutet, dass es was zu fressen gibt. Auch dies sind Vorgänge, in denen der Hund durch ein Geräusch, zusammen mit der nachfolgenden Tätigkeit oder dem Fressen eine Verknüpfung hergestellt hat. Es hat somit eine Konditionierung stattgefunden.

Sitzt diese Verknüpfung und man möchte den Clicker nun bei der Grunderziehung einsetzen, sieht dies so aus, dass man das Signal gibt und bereits während der Ausführung clickert. Man clickert jede noch so kleinste Bewegung in die richtige Richtung.

Das heißt:

  • wir geben das Signal „SITZ“

  • der Hund BEGINNT sich hinzusetzen

  • sobald der Hund beginnt sich hinzusetzen, folgt der CLICK

  • es folgt die Belohnung (Leckerchen)

Sollte der Hund auf das Clicken hin, das Sitz nicht bis zu Ende ausführen, so ist das nicht schlimm. Mit jedem Click arbeitet man sich weiter vor, bis das erwünschte Verhalten komplett gezeigt wird.

Warum der Clicker und warum kein Lobwort?

Vorteile gegenüber dem Lobwort gibt es einige:

  • präzises Bestärken auf den Bruchteil einer Sekunde hin genau

  • das Clickgeräusch ist immer gleich, währenddessen das menschliche Lobwort nicht losgelöst von Emotionen ist

  • der Hund kann das Clickgeräusch auch von Umgebungsgeräuschen unterscheiden, es hebt sich deutlich ab

  • es handelt sich um ein klares, prägnantes Geräusch, welches für den Hund klar verständlich ist

  • wir neigen dazu den Hund mit Worten zu überschütten, dies entfällt mit dem Clicken

Das bedeutet aber nicht, dass man gar nicht mehr mit dem Hund sprechen darf, im Gegenteil, ein zusätzliches Lobwort, auch Markerwort genannt, macht Sinn!

Dieses Wort sollte ebenfalls kurz und prägnant sein. Es wird ebenso wie der Clicker zunächst konditioniert. Wir nutzen zum Bespiel „Supi“. Hat man mehrere Hund, sollte jeder Hund sein eigenes Markerwort haben. So ist dann für jeden Hund verständlich, wer nun das korrekte Verhalten ausgeführt hat.

Erste Übungen

Nachdem man den Clicker nun konditioniert hat, bietet der Blickkontakt zwischen Hund und Halter einen guten Einstieg. Eine Übung, die auch später noch wertvoll ist, da man gezielt die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich lenkt.

Ohne den Hund anzusprechen oder ihn sonst irgendwie auf sich aufmerksam zu machen, wartet man darauf, dass der Hund einen anschaut. Schaut er? Dann folgt umgehend der Click und dann die Belohnung.

Diese Übung erweitert man, in dem man dies in unterschiedlichen Räumen „abfragt“ und unter ansteigender Ablenkung, wie z.B. weitere Menschen, die sich im Raum befinden oder andere Hunde. Klappt dies zuverlässig, kann man für den Blickkontakt auch ein eigenes Signal einführen. Das bedeutet, in dem Moment, wo der Hund den Blickkontakt aufnimmt, sprechen wir das Signal (z.B. „SCHAU“) aus.

Wie oft und wie lange üben?

Weniger ist mehr! Dementsprechend sollte man die Übungseinheiten kurz halten. 2-3 mal über den Tag verteilt, für eine Dauer von 2-5 Minuten sind effektiver als 30 Minuten am Stück. Auch die Aufnahmefähigkeit und Konzentration unserer Hunde ist begrenzt! 

Ebenso sollte man aufhören, wenn es am schönsten ist! Misserfolge sind auch für den Hund frustrierend, daher sollte man die Übungen immer mit einem Erfolgserlebnis für den Hund beenden, dann ist auch weiterer Spaß garantiert!

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