[Gastartikel] BARF – Was ist das? 

Das Thema Ernährung und Futter ist bei Hundemenschen ein hart diskutiertes Thema. Möchte man Unruhe stiften, so geht man in ein Online Forum und stellt Futterfragen 😉 Es gibt viele Arten der Fütterung und hier soll es heute um das Thema BARF gehen.

Was genau ist BARF? Woraus setzt sich BARF zusammen?  In diesem Artikel erklärt euch Gabriele Tischler, die als Gastautorin diesen Artikel geschrieben hat, die Theorie zum Thema barfen. Es wird natürlich anschließend eine Fortsetzung zum Thema Barf in der Praxis geben.

BARF
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Nun aber zu unseren Thema: BARF – Was ist das?

Die Abkürzung B.A.R.F. bedeutete ursprünglich „bone and raw foods“, also Knochen und rohes Futter. Für den deutschsprachigen Raum hat sich Barf als Abkürzung von „biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ durch Swanie Simon, die diese Art der Fütterung hierzulande populär gemacht hat, durchgesetzt.

Der Grundgedanke des Barfens ist die Nachahmung des Futters, wie sie wildlebende Hunde, Wölfe und Katzen zu sich nehmen, also in erster Linie kleine und mittlere Beutetiere. Schaut man sich diese genauer an, findet man in etwa folgende Zusammensetzung:

  • Muskelfleisch

  • Knochen

  • Innereien

  • Haut & Fett

  • Blut

  • Sehnen & Knorpel

  • Fell, Gefieder, Ballaststoffe, Mageninhalte

  • Wasser

Auch stehen insbesondere bei Hunden und Wölfen, durchaus Eier, Fisch und gelegentlich Kräuter oder Beeren und Wurzeln auf dem Speiseplan. Sogar gelegentlich mal ein Wurm, Maden oder Insekten werden nicht verschmäht.

Eine biologisch artgerechte rohe Ernährung für Hunde besteht also nicht nur aus Fleisch, Innereien und Knochen, sondern auch zu einem geringen Teil aus Gemüse, Öl, eventuell auch Ei, etwas Obst und Kräutern.

Der Vorteil eines solchen „Baukastensystems“ ist, dass man das Futter wirklich absolut passend für jeden einzelnen Hund und jede einzelne Katze zusammenstellen kann. Beim Barfen kann man gezielt Zusätze z.B. für Gelenke und Knochen oder Unterstützung des Fellwechsels zufüttern – oder das Futter gezielt auf Erkrankungen, etwa der Niere, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse abstimmen.

Auch für Allergiker ist diese Art der Fütterung ideal, da man Allergieauslöser gezielt vermeiden kann.

Alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die Hunde benötigen, bekommen sie bei der Rohfütterung aus Innereien, Knochen, Fleisch und Blut. Gemüse, Obst und Kräuter werden in erster Linie als Ballaststoff gegeben, aber auch, um die sekundären Pflanzenwirkstoffe zu nutzen.

Biologisch artgerechtes rohes Futter bedeutet also vor allem – möglichst unbehandelt (roh), ausgewogen, am fiktiven Beutetier orientiert und vielseitig, weil dies der natürlichen Ernährung eines Beutegreifers wie dem Hund am nächsten kommt.

Aber wie genau sieht das eigentlich aus?

Im Prinzip ist es wirklich einfach – wir basteln uns ein fiktives Beutetier einfach nach.

Schauen wir uns einmal ein ganzes Tier, wie es Hund in freier Natur fressen würde, genauer an. Wir stellen fest, dass der universelle Bauplan überall ganz ähnlich ist – die Größe und das Gewicht der Innereien, der Knochen, das Blutvolumen usw. stehen immer in ähnlichem Verhältnis zum gesamten Lebendgewicht eines Tieres.

Die Innereien sind wertvolle Lieferanten für Vitamine und Spurenelemente. Die Knochen liefern wichtiges Calcium und andere Mineralstoffe, Blut ist reich an Eisen, Fell, Magen- und Darminhalt liefern unverdauliche Bestandteile (Ballaststoffe), sekundäre Pflanzenstoffe und hilfreiche Enzyme.

Halten wir uns nun an das Beutetierprinzip, lautet das universelle Schema eigentlich immer ungefähr wie folgt:

  • 10-15% fleischige Knochen

  • 5-15% Innereien (5%Leber, der Rest ist optinional), evtl. Blut

  • 5-25% Rohfaser (Gemüse, Getreide, Fell – bei Katzen beispielsweise eher 5%, bei Hunden mehr)

  • gesamter Rest: Muskelfleisch (dazu gehören auch Herz und Pansen)

  • der gesamte Fettgehalt beträgt 10-25% Fett

Soweit erstmal die Zahlen – natürlich gibt es dabei noch einige Feinheiten. Man sollte zum Beispiel den unterschiedlichen Kalziumgehalt der verschiedenen Knochenarten berücksichtigen. Rohfaser bedeutet vor allem Gemüse, aber auch Obst oder wenn gewünscht, Getreide – wichtig ist, dass pflanzliche Bestandteile zerkleinert oder gekocht werden sollten, damit Hund diese überhaupt verwerten kann.

Zusätze sind ebenfalls erforderlich. Warum, ist schnell erklärt – die obige Zusammenstellung ist ja nicht komplett. Einige Bestandteile des Beutetiers können wir ersatzlos weglassen, wir müssen nicht unbedingt Euter, Lunge, Bindegewebe, Hirn, Schilddrüse und Pankreas füttern.

Sofern wir nicht ausschließlich Fleisch aus reiner Weidehaltung füttern, brauchen wir einen Ausgleich der Omega-Fettsäuren, also z.b. Lachsöl. Da unsere Hunde eher in der Wohnung leben – es gibt wohl nur wenige, die wirklich den ganzen Tag draußen, im Tageslicht leben – benötigen wir auch einen Lieferanten für Vitamin D, also Fisch oder Dorschlebertran. Zu guter Letzt – das wird gerne vergessen – benötigen wir auch einen Jod-Lieferanten, da wir ja kein Schilddrüsengewebe (wichtigster Jodspeicher im Körper!) füttern – also Seealgenmehl.

Soweit die Theorie – wie das dann in der Praxis aussieht, folgt im zweiten Teil.

Zur Gastautorin 

Gabriele Tischler ist selbst begeisterte Barferin und Inhaberin des BARF-Geschäftes.

Ich bin Jahrgang 72, barfe seit mittlerweile über 17 Jahren (habe 1999 angefangen) Hund UND Katze, habe in den Jahren natürlich einiges an Vorträgen, Fachliteratur und Co verschlissen, 2013 habe ich die PfotenBar eröffnet und ich bin zertifizierte Ernährungsberaterin Schwerpunkt Barf für Hund und Katze nach Swanie Simon.

Derzeit teilen 2 Hunde und 1 Kater Bett und Tiefkühlschrank mit mir…

Gabriele hat natürlich auch eine Hompage und eine Facebook Seite:

www.pfotenbar.de

Die Pfotenbar bei Facebook

Zum Schluss noch einiges an lesenswerter Literatur zu diesem Thema:

(Es folgt ein Afiliate-Link, wenn Du das Buch über den nachstehenden Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne das es Dich auch nur einen Cent mehr kostet)

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