Bärbel und Benno – eine Geschichte zur Hunde Knigge

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Bärbel und Benno – eine Geschichte zur Hunde Knigge

Bärbel und Benno – eine Geschichte zur „Hunde Knigge“

Ein schöner Tag im Park. Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint, Schmetterlinge flattern umher und Bärbel ist unterwegs. Mit Benno, ihrem Hund! Bärbel liebt es, den Tag, besonders einen so schönen, mit ihrem Hund zu verbringen. Eine gemeinsame, spaßige Unternehmung. Ein entspannter Spaziergang, der die beiden vielleicht auch einen Abstecher an der Hundewiese vorbei machen lässt. Das I-Tüpfelchen für Bärbel ist es, den Benno ausgelassen über die Wiese flitzen zu sehen.

Eigentlich nichts ungewöhnliches, nur ein klitze kleines Detail, welches überdacht werden sollte. Denn: nicht Bärbel ist unterwegs. Also doch, irgendwie schon. Aber nicht mit Hund. Nicht? Nein, auch das stimmt so nicht ganz! Der Hund ist mit Bärbel unterwegs!? Auch das ist es nicht. Eigentlich ist da nur eine Frau und ein Hund – verbunden, nein besser noch, GEFESSELT aneinander durch die Leine.

 

Wie man sich den Spaziergang von Bärbel und Benno eigentlich vorstellen muss… 

Die Haustür öffnet sich, Benno hastet heraus. Direkt dahinter eine hektische Bärbel, die gerade noch so die Leine halten kann. Den Schlüssel in der einen Hand, die Leine in der anderen, versucht sie noch schnell abzuschließen. Benno hingegen hat da ganz andere Pläne, nämlich schnellstmöglich auf Tour und die neuesten Nachrichten inhalieren. Das Tau-ziehen beginnt!

Ab jetzt beginnt für Benno der Spaß… für sein Frauchen eher weniger. Damit ihr Bennos Spaß nachvollziehen könnt, habe ich mal eine Skizze von Bennos Spaziergang beigefügt. Witzig, oder?  Ich glaube wirklich, dass er jede Menge Spaß gehabt hat. Bärbel ist ja selbst schuld, wenn sie sich nicht amüsieren kann. Bärbel war schon bei der Begegnung mit dem Hundekumpel nicht sehr angetan. Der Leinenhalter vom Hundekumpel im übrigen auch nicht. Was man an der Volkshochschule an Kurs belegen kann, kommt unter Hundebesitzern nicht so gut. Es hat nämlich eine kleine Ewigkeit gekostet, dass „Leinen-Makramé“ zu entwirren. Ganz zu schweigen von den ganzen Erklärungsversuchen, dass Benno so etwas ja sonst niieee nicht tut.

Die Erklärungen waren den Menschen, denen Benno ganz stürmisch „Hallo“ gesagt hat, im übrigen auch völlig egal. Wenn sie Jack Wolfskin tragen wollten, würden sie ein entsprechendes Geschäft aufsuchen…

Nächste Station der kleine See im Park – Enten jagen! Volle Kraft voraus!! Für Bärbel wird es immer schwieriger sich an der Leine festzuklammern. Als Benno den Enten hinterherjagend den See umrundet, muss sie irgendwann loslassen. Die Hände schmerzen, die Stimme heiser…

Angespornt von Frauchens „Jubelrufen“, konnte sich Benno kurz mal von dem lästigen anderen Ende der Leine befreien, für eine Runde Spaß im Wald. Irgendwo müssen diese Vierbeiner mit dem Puschel am hinteren Ende ja zu finden sein, Benno hatte sie ja schließlich bereits geruchlich wahrgenommen. Eine große Runde im Wald gedreht und auf dem Rückweg das Frauchen eingesammelt, ist doch voll nett, wenn nicht geradezu rücksichtsvoll. Benno weiß doch, wie ungern Bärbel über Stock und Stein sprintet. Bennos Alleingang im Wald war für Bärbel aber das Tüpfelchen auf dem „i“.

Bärbel und Bello - eine Geschichte zur Hunde Knigge

Genug ist genug!

Das kann so nicht weitergehen… Bärbel war es leid, sich vor anderen Hundebesitzern zu entschuldigen, wenn Benno wieder einmal zu einem neuen Hundekumpel gerannt ist. Ob mit oder ohne Leine, es war ihr peinlich. Wie oft hallten die wütenden Stimmen der anderen Hundebesitzer noch nach…

„Erziehen Sie endlich ihren Tut-nix“

„Der gehört an die Leine“ – Hahaaaa… die schleifte er ja meist locker mit. Damit war wohl eher gemeint „Der gehört ans Frauchen… halten Sie doch den Hund richtig fest!“

Benno ist ein toller Hund und er tut wirklich nichts… NEIN! Es möchte halt manchmal lieber etwas anderes als Bärbel. Er möchte manchmal halt lieber schnüffeln und toben. Das man nicht jeden wildfremden Hund und seinen Besitzer ungefragt begrüßt, auch das ist Benno fremd. Benno hat halt andere Interessen als Bärbel.

Eigentlich hatte Bärbel sich immer auf die Spaziergänge mit ihrem Hund gefreut. Nachdem Benno nun auf der Straße aber bekannt ist, wie ein bunter Hund, wechseln Leute die Straßenseite, verlassen fluchtartig den Park oder schimpfen schon vom Weiten. Bärbel fühlt die bösen Blicke hinter ihrem Rücken, es ist ihr richtig unangenehm. Spaziergänge sind eigentlich nur noch ein Spießrospießrutenlauf. 

Hunde-Knigge

Bewegt man sich im öffentlichen Raum, sollte man anderen Mitmenschen, ob mit oder ohne Hund mit Respekt begegnen! Ich finde, wir Hundehalter haben bereits mit genügend Anfeindungen zu kämpfen und wenn ich sehe, wie sich einige Hundehalter verhalten, dann sind diese Anfeindungen sicherlich auch berechtigt. 

Den Mitmenschen ohne Hund sollten wir zeigen, dass wir uns verantwortungsbewusst in unserem Umfeld bewegen können. Ob es nun darum geht, die Hinterlassenschaften seines Hundes wegzuräumen oder aber, dafür zu sorgen, dass sich kein Mensch durch unseren Hund belästigt fühlt. Hier sind es oft die Kleinigkeiten, die das Ansehen von uns Hundehaltern verbessen. Es ist doch kein Problem seinen Hund auf die andere Seite zu nehmen, wenn uns jemand entgegenkommt, oder? Es ist doch ebenfalls kein Problem, seinen Hund auf Spaziergängen zu sich zu rufen, wenn man jemandem begegnet. 

Und hey… man bricht sich dabei keinen Zacken aus der Krone! Im Gegenteil, ein solches Verhalten kommt gut an, verbindet die Menschen und sorgt für Kommunikation. Es ist ein tolles Gefühl, als Reaktion auf Rücksichtnahme ein „Dankeschön“ zu bekommen. Das zeigt einem doch, dass man alles richtig gemacht hat!

Wir Hundehalter wissen doch alle, wie schwierig es heutzutage ist, mit seinem Hund nicht anzuecken. Gerade untereinander sollte es mehr Respekt und Verantwortungsgefühl geben. Wie können wir von hundelosen Mitmenschen erwarten, dass man uns überall toleriert und respektiert, wenn wir es uns im Umgang untereinander schon so schwer machen?

Kürzlich habe ich auf Facebook ein Bild geteilt – „Sei wie Hans“. Ich finde die Aktion von Hundeseite super und in Anlehnung an dieses geteilte Bild ist dieser Beitrag entstanden.

Auch toll – auf Facebook hat die Hundeseite einen Vordruck zur Verfügung gestellt für eigene Ideen zum Thema Hunde-Knigge. DANKE dafür. Ich habe eure „Hans-Vorlage“ einmal geteilt!

Bärbel und Benno - eine Geschichte zur Hunde-Knigge

Quelle: Hundeseite – www.hundeseite.de

Ich möchte jetzt nicht…

… 10 Gebote auflisten, die man sich an den Kühlschrank pinnen kann. Ich denke, dass jeder weiß worum es geht und worauf zu achten ist. Vielmehr möchte ich zum Nachdenken anregen.

Muss mein Hund jeden anderen, mitunter fremden Hund begrüßen?

Muss mein Hund unangeleint zu anderen Hunden hinrennen?

Kann ich meinen Hund nicht zu mir rufen, wenn mir jemand entgegen kommt?

Kann ich nicht einfach die Hinterlassenschaften meines Hundes einsammeln?

Eigentlich ist es gar nicht schwer, sich verantwortungsbewusst durch den öffentlichen Raum zu bewegen. Das kostet keine Anstrengung, das kann jeder!

Bärbel hat dazu gelernt…

Das Verhalten von Benno hat Bärbel so oft anecken lassen, so dass sie daran gearbeitet hat. Erscheint sie jetzt mit Benno im Park, wird sie freudig begrüßt und auch Nicht-Hundehalter freuen sich, denn Benno ist jetzt ein ganz ausgeglichener Hund, der sich weiß zu benehmen.

Bärbel und Benno - eine Geschichte zur Hunde Knigge

Vorlage zur Verfügung gestellt von www.hundeseite.de – Vielen Dank!

In letzter Zeit sind wir auch öfter mal auf „Bennos“ getroffen. Es ist ärgerlich, vor allem, wenn man auch noch auf Unverständnis trifft. 

Mir hat die „Hans-Idee“ gut gefallen, daher hatte ich es auf Facebook geteilt und dennoch ist dieses Thema immer wieder aktuell, so dass ich dazu auch noch einen Beitrag verfassen wollte.

Kurz und knapp:

Achtet auf eure Hunde – eure Mitmenschen werden es euch danken! Ihr selbst euch im übrigen auch… es gibt nichts schöneres, als mit einem entspannten Hund, der sich zu benehmen weiß, durch die Umgebung zu streifen und dafür auch noch Lob und Anerkennung zu bekommen!

Das sollte ein Ansporn an sich selbst sein!

Auf viele schöne Spaziergänge!

Liebe Grüße,

Nicole mit Oskar, Mira & Happy

By |2018-02-06T10:24:04+00:00Februar 6th, 2018|Gedanken, Hundherum, Persönliches|4 Comments

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4 Comments

  1. Team Hundeseele 6. Februar 2018 um 21:04 Uhr - Antworten

    Hallo Nicole, ein großartiger Artikel. Wird geteilt damit viele in lesen. Vor allem ein wichtiges Thema. LG Claudia

    • Nicole Funk 7. Februar 2018 um 20:57 Uhr - Antworten

      Hey Claudia,
      vielen Dank für das positive Feedback und auch für das Teilen.
      Ich finde auch, man kann gar nicht oft genug drauf hinweisen!

      Liebe Grüße,
      Nicole

  2. Lea&Marley 9. Februar 2018 um 21:31 Uhr - Antworten

    Hallo ihr Zwei!
    Uch bin froh mal etwas von jemandem zu lesen der ein ähnliches Problem mit seinem Hund hat wie ich 😀
    Mir ist es auch immer unheimlich peinlich wenn mein Hund auf andere Hunde zustürmt bevor uch rechtzeitig reagieren kann! Da sind selbst die leckersten Würstchen Nebensache 🙁
    Alles was ich tun kann ist schneller als mein Hund zu sein und immer wieder mit ihm zu üben, üben und üben.

    • Nicole Funk 10. Februar 2018 um 17:38 Uhr - Antworten

      Hallo Lea,

      ich habe Bärbel von Deinem Kommentar erzählt und sie sagt ganz klar:
      Das muss Dir nicht peinlich sein! Also ja klar, es ist nicht in Ordnung, wenn Dein Hund unangeleint zu fremden Hunden hinläuft.
      ABER… Du weißt was du ändern musst und tust dies auch.
      So war es bei Bärbel ja auch 🙂

      Ihr schafft das schon!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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