Als gestern noch alles gut war und uns dann die Pubertät voll erwischte – Teil 1

Es gab Zeiten mit Deinem Hund, die waren toll, oder? Der niedliche kleine Welpe, der die Welt entdeckte, der Dein Leben auf den Kopf stellte, es dennoch aber bereicherte!
Nun wächst aber dieser kleine Welpe unaufhörlich und das nicht nur in die Höhe. Gerade noch hat man trainiert, dass gewisse Geschäfte draußen erledigt werden und jetzt hebt der kleine Racker schon zuverlässig das Bein – überall!
Hat man doch vorher über die scharfen Welpenzähnchen geschimpft, so wünscht man sie sich jetzt doch gerne wieder zurück.

Herzlich Willkommen liebes Pubertier – schön, dass Du vorbei schaust!

Pubertät

Oh Du schöne Welpenzeit

Was war das toll? Ein Welpe, der so unglaublich schnell lernt, absolut wissbegierig und neugierig die Welt entdeckt. Der sich für alles und jeden begeistern lässt, der sich mit seiner schnellen Auffassungsgabe und den süßen Kulleraugen direkt in unser Herz geschlichen hat.
Und dann – gefühlt nur einen Tag später war da dieses „Untier“. Nichts funktioniert mehr, nur noch Blödsinn im Kopf und von niedlich meilenweit entfernt! Wo das Leinelaufen gestern noch gut funktioniert hat, zieht und zerrt man heute, weil es schließlich wichtigeres gibt, als mit dem Menschen durch die Landschaft zu flanieren – Hündinnen zum Beispiel…

Pubertät

Pubertät – was passiert da eigentlich im Kopf des Hundes?

„Hirn wegen Umbau geschlossen“, dass trifft es buchstäblich auf den Kopf! Im Hundehirn fallen einige Umbauarbeiten an, so dass beispielsweise Reaktionen auf die Umwelt in dieser Zeit deutlich emotionaler ausfallen. Zuständig hierfür ist die Amygdala (auch Mandelkern genannt), ein „emotionales Bewertungszentrum“, welches Wahrnehmung und Reaktionen steuert. Ein Beispiel aus unserem Alltag wäre der Nachbar, welcher zu Welpentagen noch völlig in Ordnung war – kein Grund zur Besorgnis. Angekommen in der Pubertät findet man diesen aber plötzlich völlig gruselig und das einfach mal, weil er heute einen anderen Hut trägt, als gestern noch.

Ebenso wie die Amygdala sind auch noch andere Bereiche im Hirn betroffen, so z.B. die Großhirnrinde und der präfrontale Kortex. Die Großhirnrinde ist zuständig für alle „bewussten Vorgänge und kognitiven Prozesse“, dem planvollen Handeln. Aus Menschensicht gehören beispielsweise das Rechnen und Erinnern in den Bereich der kognitiven Prozesse und benötigen eine höhere Ebene der Verarbeitung. Über neuronale Verknüpfungen zwischen Zellen, oder auch Synapsen funktioniert die Signalübertragung und auch das Abspeichern von Informationen.
Im präfrontalen Kortex hingegen werden bewusste Entscheidungen getroffen. Die verarbeiteten Informationen aus der Großhirnrinde, aber auch die emotionalen Auswertungen der Amygdala kommen hier zusammen und sorgen für eine entsprechende Reaktion.

Weiter oben hatte ich schon das Beispiel mit dem Nachbarn gemacht. Täglich sieht man ihn, immer war es absolut ok, ein ganz normaler Kontakt und dann ist er plötzlich wildfremd und gruselig. Doch womit hängt das zusammen?
Im Körper sind auch Stresshormone vorhanden und im Zeitraum der Pubertät ist dieser Stresshormonspiegel auch am höhesten und eben das sorgt dafür, dass der Nachbar auf einmal scheinbar fremd ist.

Was aber sicherlich jeder kennt. Mit dem Alter der Pubertät ist für den Hund mit mal alles interessanter. Das hängt mit dem Explorationsverhalten des Hundes zusammen, aktiv erkundet der junge Hund seine Umwelt. Der Radius zum Menschen, den er sonst eingehalten ist, wird größer. Der junge Hund wird von Neugierde angetrieben und stellt fest, dass es Verhaltensweisen gibt, die selbstbelohnend sind. Wir merken das insofern, dass es dem Hund bspw. sehr schwer fällt sich von für ihn wichtigeren Dingen zu trennen.

Auch das Verhalten verändert sich

Mit den Veränderungen im Hirn gehen auch Veränderungen im Verhalten einher. Manchmal haben wir das Gefühl, dass sich die Reaktion auf bestimmte Dinge innerhalb von Sekunden verändert. Von voll motiviert zu völlig frustriert.
Das aber kennen wir doch auch aus der eigenen Pubertät noch zur Genüge, oder? Genau das war es doch, womit wir unsere Eltern in den Wahnsinn getrieben haben! Alles was unsere Eltern uns sagten, war grundsätzlich falsch, wir waren gereizter, absolut emotional und kleine Rebellen. So ergeht es unseren Hunden auch…
Spielen sie miteinander weht nun auch hier ein anderer Wind. Kuschelkurs war gestern, heute ist es die Konfrontation und das Herausfordern.

Pubertät

Im Kopf unseres Hundes ist also einiges los – man kann sich also vorstellen, wie es sich auf unser Zusammenleben auswirkt.
Zur Pubertät und speziell auch zum Umgang mit dieser Entwicklungsphase gibt es noch einiges zu schreiben, daher möchte den zweiten Teil der Erziehung widmen.

Hinterlasst mir aber gern auch schon jetzt einen Kommentar! Was habt ihr für Pubertiere Zuhause und welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Liebe Grüße,
Nicole mit Oskar, Mira & Pubertier Happy

Die Pubertät ist ein absolut spannendes Thema, daher möchte ich euch weiterführend noch ein paar Buchtipps ans Herz legen:

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