Abschied – Wenn Du mal nicht mehr da bist

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Abschied – Wenn Du mal nicht mehr da bist

Abschied – Wenn du mal nicht mehr da bist

Die liebe Claudia von Hundeseele hat sich über das Thema Abschied nehmen Gedanken gemacht, welches auch mir Gänsehaut bereitet. Wie wird das sein, wenn ich irgendwann einmal Abschied nehmen muss, von meinen Hunden? 

Ein ganz schwieriges Thema wie ich finde…  Sie hat diesbezüglich zu einer Blogparade aufgerufen und ich möchte daran teilnehmen. Warum? Auch wenn dieses Thema eine Schwere mit sich zieht, einen bitteren Beigeschmack, so finde ich doch, dass es ein Thema ist, mit dem man sich auseinandersetzen muss!

Quälende Momente

Einmal musste ich bislang Abschied nehmen, nicht von einem meiner Hunde, sondern von meiner Katze. Neben Wellensittichen, dass erste Haustier was ich hatte. 

Eines Tages kam sie mit einer größeren Verletzung am Rücken nach Hause, was genau passiert ist konnten wir damals nur vermuten. Ich bin mit meiner Katze direkt zum Tierarzt gefahren. Dort teilte man mir mit, dass die Verletzung zu groß sei, man könne zwar einiges versuchen, aber ich sollte mir Gedanken machen, ob ich das einem alten Tier noch antun wolle und vor allem, dass man keine sichere Prognose geben kann. Lilly, so heiß meine Katze, war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt, sie war ihr ganzes Leben lang ein Freigänger gewesen. Sie hatte die ein oder andere, kleinere Blessur mit nach Hause gebracht, aber bei dieser Verletzung wusste ich bereits auf dem Weg zum Tierarzt, dass man nicht wirklich etwas machen konnte.

Zum ersten Mal in meinem Leben musste ich eine Entscheidung treffen, in der es darum ging ein Leben zu beenden. Ein unsagbar schwerer Moment. Diese Momente, in denen die Zeit so extrem langsam vergeht, quälend langsam…

Langer Weg voller Zweifel

Bis vor vier Wochen war dieses Erlebnis in weiter Ferne und ich hab mir nicht einmal im Ansatz Gedanken darüber gemacht, wie es denn sein würde, wenn Oskar, Jack oder Mira mal gehen müssen.

Zusammen mit Jack saß ich vor ein paar Wochen beim Tierarzt, darüber hatte ich auch schon geschrieben: Es war kurz vor 12… Ich wurde wieder damit konfrontiert, dass es vielleicht vorbei sein könnte. Nachdem man größere Veränderungen im Bauchraum festgestellt hatte, sollte am darauffolgenden Tag eine Laparotomie gemacht werden. Eine OP um zu gucken, was da genau im Bauchraum ist und ob man es operieren kann. Es hätte auch sein können, dass sie ihn aus dieser OP gar nicht wieder aufwachen lassen. Nicht zu wissen wie diese OP ausgeht und das einzige was man machen kann ist warten, dass ist ein so entsetzliches Gefühl!

Jetzt sind vier Wochen vergangen. Die OP bezüglich der Tumore im Bauchraum hat er gut überstanden, die Narbe ist auch super abgeheilt… Aber der Magen-Darm-Trakt hat gelitten und in Folge dessen mag Jack nicht fressen. Man merkt deutlich, dass er eigentlich Appetit hätte. Aber er nimmt nichts auf, da ihm dauerhaft übel ist. Die Übelkeit haben wir mit Medikamenten in den Griff bekommen und auch sonst tue ich alles, um die Nahrungsaufnahme zu fördern. Ich bin allerdings kein geduldiger Mensch und mir dauert das alles viiiiieeel zu lang. Jack bekommt sein Futter von mir per Spritze und ich verabreiche ihm appetitanregende Mittel. Mir wurde gesagt, dass es ein langer Weg wird, aber dennoch mache ich mir Gedanken. Das ist auch so eine Geschichte, das Denken lässt sich leider nicht einfach abstellen…

Viele Gedanken kreisen um das Thema Abschied nehmen. Angefangen damit, ob es richtig ist was ich gerade tue und aufgehört damit, ob ich nicht vor der OP schon hätte sagen sollen, dass ich ihm so eine große OP und ihre eventuellen Folgen nicht mehr antun möchte.

Als Hundehalter bzw. als Tierhalter sitzt man in der Zwickmühle. Möchte man doch noch so viel Zeit mit seinem Vierbeiner verbringen. Ich denke, dass es oftmals ein ganz schmaler Grad ist, auf dem man sich da bewegt. Die Entscheidung über Leben und Tod, bzw. den eigenen Egoismus in dieser Situation hinten anzustellen. 

Bei Jack ist es so, dass er einfach soooo viele Signale setzt, in denen er mir bestätigt, dass die Entscheidung richtig war. Er ist schwach, aber er nimmt am Leben teil. Er ist aufmerksam, kommt zum Füttern mit den anderen in die Küche. Er läuft sogar zu seinem Napf und prüft ihn auf Inhalt. Wenn er nicht mit nach draußen darf, wenn ich mit den anderen beiden die große Runde drehe, ist er tödlich beleidigt und würdigt mich bei unserer Rückkehr keinen Blickes. Er versucht immer wieder selber Nahrung aufzunehmen, zögert dann aber, man merkt ihm an, dass die anhaltende Übelkeit dazu beigetragen hat, dass er sich einfach nicht traut zu fressen. Die letzten Wochen waren ein auf und ab und zehren sehr an den Nerven, dennoch bin ich froh, dass wir nicht aufgeben. Er schafft das!

Was wäre wenn…

 … der Abschied doch nah ist? Meine Gedanken kehren immer wieder zum Thema Abschied nehmen zurück. Ich weiß, dass wenn es mal soweit ist, bricht erst einmal eine Welt zusammen. Traurig sein, trauern und nicht verstehen wollen, dass das Leben endlich ist. Ich denke, dass sind Dinge, die zum Abschied nehmen dazu gehören, Dinge die völlig normal sind. Es mag sein, dass es für Nicht-Hundehalter nicht nachvollziehbar ist, aber für uns Hundemenschen geht es hier um einen Freund! Ein Freund, mit dem man viele Abenteuer erlebt hat, mit dem man geweint und gelacht hat, auf den man hin und wieder auch mal böse war. Nicht umsonst heißt es doch „des Menschen bester Freund“, oder etwa nicht?

Um Freunde trauert man! Und dieses Recht nehme ich mir auch! Wenn man Abschied nehmen muss, dann gibt es keine zu große Trauer, ganz gleich von wem man Abschied nimmt. Außerdem finde ich, dass ein respektvoller Abschied auch zu einer Mensch-Hund-Beziehung dazu gehört. Ich hatte ein ganzes Hundeleben lang die Verantwortung für meinen Vierbeiner, ich habe mich fast ein ganzes Hundeleben lang um ihn gekümmert. Auch wenn ich mir noch mehr Zeit zusammen wünsche, stelle ich meinen Egoismus hinten an. 

Nur eines muss sein… nach Regen kommt auch irgendwann wieder Sonne. Aufhören zu trauern, bedeutet nicht zu vergessen! Abschied nehmen, bedeutet für mich auch in der Erinnerung weiter zu leben!

Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. […] Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. […]

Dietrich Bonhoeffer

Das ist ein so tolles Zitat und daran möchte ich mich orientieren, wenn es denn irgendwann einmal so weit ist, dass ich Abschied nehmen muss!

Liebe Grüße,

Nicole mit Oskar, Jack & Mira

By | 2017-03-23T20:42:19+00:00 März 23rd, 2017|Blogparaden, Gedanken|2 Comments

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Hi, ich bin Nicole, Hundetrainerin mit Leib und Seele. Hier werde ich regelmäßig rund um den Hund berichten. Bei Fragen rund um das Thema Hund kannst Du mir gern eine EMail schicken. Falls du unsere Tipps und Hinweise gut findest dann teil Sie gerne deinem Netzwerk mit – Danke.

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2 Kommentare

  1. Claudia 23. März 2017 um 21:07 Uhr - Antworten

    Liebe Nicole, ich danke dir für deine Gedanken und Gefühle. Dein Artikel ist sehr liebevoll geschrieben..schniff..Ich drück dich ganz fest. Lg Claudia

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